Tibetologie
Die Tibetologie befasst sich mit der Erforschung der Kultur-, Religions- und Geistesgeschichte des tibetischen Kulturraums. Im Mittelpunkt steht die wissenschaftliche Analyse tibetischer Schriftquellen unter Anwendung historisch-philologischer Methoden.
Grundlage des Studiums ist der Erwerb der klassischen tibetischen Schriftsprache, die in zweisemestrigen Einführungskursen systematisch vermittelt wird. Ergänzend dazu erfolgt eine Einführung in die tibetische Umgangssprache; eine weiterführende Vertiefung der Sprachkenntnisse wird im Rahmen von Studienaufenthalten im tibetischen Kulturraum empfohlen.
In weiterführenden Seminaren erwerben die Studierenden die Fähigkeit, tibetische Texte unterschiedlicher Gattungen eigenständig zu übersetzen und zu interpretieren. Zudem vermitteln einführende Lehrveranstaltungen grundlegende Kenntnisse zentraler Bereiche der tibetischen Kultur, darunter Religionsgeschichte, Literatur, Paläographie und Kunst.
Die Tibetologie wird an der LMU München mit einem Schwerpunkt in der Buddhismuskunde angeboten. Der Erwerb einer weiteren Literatursprache des Buddhismus—etwa Sanskrit, Pāli, Chinesisch, Japanisch oder Mongolisch—ist für das Studium vorteilhaft, jedoch nicht verpflichtend. Stattdessen können Veranstaltungen, wie sie z.B. in der Ethnologie angeboten werden, besucht werden.